- Privatbrauerei ERDINGER Weißbräu geht neue Wege bei der Energieversorgung - Bundeswirtschaftsminister sieht Chancen für die Brauindustrie -

(Erding, 08.06.09) Bei einem offiziellen Festakt nahm der Bundesminister für Wirtschaft und Technologie, Freiherr Dr. Karl-Theodor zu Guttenberg, die europaweit erste Brennstoffzelle in einer Brauerei in Betrieb. Die Privatbrauerei ERDINGER Weißbräu kann durch die neue, umweltfreundliche Technologie selbständig Strom und Wärme nahezu CO2-neutral erzeugen, ohne fossile Ressourcen zu belasten. „Mit dieser innovativen Brennstoffzelle wird das energiepolitisch Sinnvolle mit dem klimaschutzpolitisch Notwendigen verbunden. Der Klimawandel und die Verknappung der fossilen Energieträger erfordern neben dem stetigen Ausbau Erneuerbarer Energien vor allem die verstärkte Nutzung von effizienten und innovativen Technologien. Hierin liegen große Zukunftschancen – gerade auch für die deutsche Wirtschaft“, so der Minister.


www.erdinger.de„Als traditionsbewusstes Familienunternehmen haben wir eine Verpflichtung gegenüber nachfolgenden Generationen, was die Umwelt und den Fortbestand der Arbeitsplätze anbelangt“, erklärt   Werner Brombach, Inhaber der Privatbrauerei.

Durch die innovative Technik reduziert das Unternehmen den  Ausstoß von Treibhausgasen um jährlich 1.200 Tonnen CO2. Dies entspricht einer Verringerung des CO2-Ausstoßes um rund 10 Prozent pro Hektoliter Bier. Zudem arbeitet die Anlage extrem leise und nahezu emissionsfrei, sie ist damit bestens für den Einsatz in der von Menschen belebten Produktionsstätte geeignet.

Aber auch wirtschaftliche Gründe spielen eine Rolle für die Investition. In einem hart umkämpften Markt, der in den letzten Jahren durch steigende Energie- und Rohstoffpreise geprägt war, zeigte sich die mittelständische Brauerei stets als Vorreiter bei der Produktionstechnik. „Traditionelle Braukunst mit hochmoderner Technologie sichert seit Jahrzehnten die hervorragende Qualität unserer Weißbierspezialitäten aus Erding. Diese Qualitätsphilosophie ist und bleibt der Grundpfeiler für den Erfolg der Marke“, so Werner Brombach. Und zu diesem Erfolg trägt in Zukunft auch die Brennstoffzellen-Technologie bei. Mit der Energierückgewinnungs-anlage erzeugt die Brauerei nicht nur Strom sondern auch Wärme, die dem betriebsinternen Heizkreislauf zugeführt wird und somit weitere Primärenergie ersetzt. Zudem erzielt die Brauerei ein Stück Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen. Werner Brombach mit einem Augenzwinkern: „Die Unabhängigkeit meiner Privatbrauerei liegt mir schon immer sehr am Herzen. Schön, dass wir mit der Brennstoffzelle diese jetzt auch bei unserer Energieversorgung anstreben können.“

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Im Energiebereich überzeugt die Privatbrauerei schon seit geraumer Zeit mit integriertem kosten- und umweltorientierten Denken. Durch technische Umrüstungen sowie ein effizientes Energiemanagement konnte der Energiebedarf in den letzten Jahren um 40 Prozent pro Hektoliter reduziert werden. Mit der Brennstoffzelle geht der bayerische Mittelständler jetzt einen Schritt weiter. Nicht das Einsparen der Energie aus fossilen Brennstoffen steht im Blickpunkt, sondern der Austausch dieser endlichen Ressourcen durch regenerative Energieträger. „Im Endeffekt besteht ein Kreislauf, über den wir Energie wieder nutzen können. Bei der Reinigung von Produktionsabwasser in der betriebseigenen Vorkläranlage entsteht Biogas, das in der Brennstoffzelle in Strom sowie Wärme umgewandelt wird. Diese Energie wird wiederum für den Produktionsprozess eingesetzt“, erklärt Peter Liebert, Geschäfts-führer Technik bei der Privatbrauerei ERDINGER Weißbräu.

Das Bundeswirtschaftsministerium fördert das zukunftsweisende Energieprojekt mit dem Höchstsatz von 50 Prozent der Investitions- und Betriebskosten während eines dreijährigen Zeitraums. Die Brennstoffzellenanlage des Typs „HotModule HM 300“ wird von MTU Onsite Energy (Ottobrunn), einem Unternehmen der Tognum-Gruppe, produziert. Als weitere Kooperationspartner stehen die E.ON Energie AG und E.ON Bayern AG der Privatbrauerei zur Seite.


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